Textversion  

Tuning - Sinn oder Schwach-Sinn ???





Wenn ein Autofahrer sein Auto tuned, dann wird er häufig müde belächelt, da er "unnötig" Geld in sein Auto steckt.

Vor allem die jüngeren Autofanatiker müssen sich das von den Eltern und Großeltern anhören.

Dabei kann es für sie sogar lebenswichtig sein ...............

Dieser Bericht spiegelt nur die persönliche Meinung des Autors wieder und beruht nur z.T. auf bewiesenen Tatsachen.



Viele Fahranfänger bekommen als erstes Auto einen Gebrauchtwagen mittleren Alters mit nicht allzu viel Leistung, damit ja nichts passiert. Doch erfüllt dieser wirklich das, was er erfüllen soll ?
Immer wieder kann man in den Nachrichten von schweren Unfällen mit jungen Autofahrern lesen, die "aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit" von der Fahrbahn abkamen oder in den Gegenverkehr geraten sind.
Diese Aussage "aufgrund nicht angepasster Geschwindigkeit" ist eine sehr subjektive Aussage ......... was heißt "nicht angepasste Geschwindigkeit" im Klartext? Oder ist das eine gängige Praxis?

Fangen wir mal bei den "günstigen Einsteigerautos für Fahranfänger" an.
So ein Auto soll mehrer Kriterien erfüllen:

* günstig in der Anschaffung (am besten umsonst)
* nicht zuviel Motorleistung (PS)
* günstig im Unterhalt (Versicherung/Steuer)
* klein und wendig (Einparken ist Übungssache)
* geräumig (muss auch mal für den Familieneinkauf herhalten)

Und was kommt dabei raus? Ein mindestens 10 Jahre alter Kleinwagen oder höchstens "Golfklasse". Nur wie sicher sind so alte Autos wirklich? Sieht man ihnen die Sicherheitsmängel auf den ersten Blick wirklich an? Hat der TÜV bei der letzten Untersuchung wirklich alles gefunden? Ein Beispiel sind die Stoßdämpfer ...............
Die Stoßdämpfer können je nach Alter und Kilometerleistung dennoch gravierende Unterschiede aufweisen. Nicht jedes Auto wird gleich gefahren, und somit können die Stoßdämpfer auch bei identischer Laufleistung unterschiedlich stark verschlissen sein - und der "Wackeltest", wie stark sie nachwippen, ist absoluter Bockmist - der sagt absolut nichts über den Zustand aus. Das kann nur eine Fachwerkstatt sinnvoll feststellen.

Nun zurück zu unseren verunfallten Fahranfängern mit "nicht angepasster Geschwindigkeit" - können da nicht auch verschlissene Stoßdämpfer der "günstigen Gebrauchten" mit schuld gewesen sein? Bei plötzlichen Lastwechseln und verschlissenen Stoßdämpfern kann ein Auto schlagartig und unkontrolliert reagieren, was einem Profi schon den Schweiß auf die Stirn treiben kann ..... was soll da dann erst ein Fahranfänger in so einer Situation machen? NICHTS !!! Und schon haben wir den Unfall "mit nicht angepasster Geschwindigkeit".

Infos zum Verschleiß von Stoßdämpfern

Und schon sind wir wieder beim ursprünglichen Thema:: Tuning - Sinn oder Schwach-Sinn ???

Lassen Sie mich mal ein Rechenbeispiel an einem häufig gewählten Einsteigermodells für Fahranfänger aufstellen:







alle Preise Stand Oktober 2006 inklusive der damals gültigen 16% Mehrwertsteuer
zzgl. eventuell benötigtem Zubehör wie Schrauben usw..
* nur in Verbindung mit gekürzten Sportstoßdämpfern


Ist also ein Sportfahrwerk Schwach-Sinn ?? Anhand der Beispielliste sehen Sie, dass ein Serienfahrwerk von Volkswagen sogar teurer als ein vergleichbares Sportfahrwerk ist. Dabei bieten Sportfahrwerke noch weitere Vorteile gegenüber den Serienfahrwerken. Der Schwerpunkt des Fahrzeuges wird nach unten verlagert, was zu geringerer Seitenneigung des Fahrzeugs führt und somit bei Kurvenfahrten nicht so schnell aus der Spur getrieben wird. Auch Lastwechsel und Bremsmanöver werden sicherer, da sich das Fahrzeug nicht so weit aufschaukeln kann. Aber auch da gibt es Grenzen und keinen einhundertprozentigen Schutz - aber die Gefahren des unkontrollierten Ausbrechens des Fahrzeuges bei Kurvenfahrten und Lastwechseln wird reduziert.
In Verbindung mit breiteren Reifen mit geringerem Querschnitt (größerer Felgendurchmesser bei gleichem Raddurchmesser) werden diese Effekte nochmals verstärkt. Somit ist diese Art von Tuning schon ein Schritt in mehr aktive Sicherheit - und nicht nur "ein teurer Spaß für heranwachsende Autoschrauber". Diese Art von Tuning ist nicht ohne Grund eine Mindestanforderung im Rennsport.
Viele Dinge, die im Rennsport Pflicht sind, werden als "unnötige Geldverschwendung" abgestuft - dabei sind genau diese Dinge, diejenigen, die im Notfall Leben retten können. Auch der vielbelächelte Hosenträgergurt ist nicht nur ein Zubehör für "Klein-Schumi", sondern auch ein Lebensretter. Bei einem Unfall fängt der normale 3-Punktgurt zwar den Körper auf, aber er kann sich weit nach vorne neigen und dreht sich automatisch Richtung Türe bzw. A-Säule. Ein Hosenträgergurt fängt den Körper früher ab - und zwar mittig. Das führt zwar dazu, dass der Körper abrupter abgebremst wird und der Nacken stärker belastet wird, aber der Kopf kommt nicht mehr soweit nach vorne und nähert sich nicht mehr so gefährlich der Fahrzeugaußenseite und dem vorderen Karosserieholm.
Auch die Überrollbügel bzw. Überrollkäfige werden oft als übertriebene unnötige Rohre abgestempelt - aber auch sie tragen dazu bei, dass Leben gerettet werden können. Der Fahrgastraum wird von innen versteift, damit er bei Überschlägen nicht einknicken kann bzw. bei sonstigen Unfällen wird er ebenfalls verstärkt.

Bei einem Unfall unter Alkoholeinwirkung kam ein junger Autofahrer mit seinem VW Golf 2 von der Fahrbahn ab und prallte mit der Fahrerseite auf eine Gartenmauer. Der Winkel war so "günstig", dass der Wagen seitlich abgelenkt und nur im Bereich des vorderen linken Kotflügels und der Fahrertüre getroffen wurde. Dadurch wurde der gesamte Bereich zwischen Stoßstange und B-Säule verschoben - besonders der Motor- und Fußraum wurden stark verformt. Der Fahrer war durch einen Hosenträgergurt geschützt und kam mit seinem Kopf somit nicht annähernd in den Bereich des Lenkrades. Auch ein Überrollbügel ab der B-Säule nach hinten war verbaut. Somit war der gesamte hintere Bereich des Fahrzeuges nicht verzogen. Auch die Schrauben des Überrollbügels waren leicht zu öffnen, als er wieder entfernt wurde. Obwohl das Fahrzeug so stark beschädigt wurde, dass das Lenkrad in Richtung Fahrzeugmitte gewandert war, der Fahrersitz ebenfalls mehrer Zentimeter Richtung Fahrzeugmitte verschoben wurde, der Fußraum nur noch einen Bruchteil der ursprünglichen Breite besaß, hatte der Fahrer außer einem Schock nur aufgeschlagene Knie, da der Sicherungskasten unter dem Armaturenbrett zu weit nach hinten wanderte.





mehr Bilder gibt es hier:>>> Link zu den Bildern <<<

Das waren nur ein paar Beispiele um Ihnen zu zeigen, dass Tuning nicht unbedingt Schwach-Sinn ist sondern in Maßen auch sinnvoll sein kann. Oder was ist ein Menschenleben im Vergleich zu ein paar Dingen, die das fahren sicherer machen können wert ?

Dies ist meine persönliche Einstellung zum Thema Tuning und entspricht nicht unbedingt der Meinung der breiten Masse.

Andy M.










wir empfehlen Sportfahrwerke von:










Dieser Bericht wird von den genannten Firmen weder gesponsert, noch sonst in einer Weise finanziell gefördert.

© VW - Audi Freunde Hohenzollern e.V. 2002-2009








das KW-Logo, das LSD-Logo und das Weitec-Logo sind eingetragene Wahrenzeichen der KW automotive GmbH 74427 Fichtenberg
Verwendung mit freundlicher Genehmigung der KW automotive GmbH 74427 Fichtenberg


Impressum